Montag, 27. August 2007
Sverige och TV
Die Schweden schauen gerne fern, das ist eigentlich nichts Aussergewöhnliches. Erwähnenswert sind jedoch die Sendungen, die hier gezeigt werden. Dazu ein Zitat von mir, als ich mit meinen schwedischen Freunden darüber geredet habe: "I think there is a lot of shit in swedish TV". Die Antwort darauf war lautes Lachen. Aber niemand bestritt meine Aussage. Nun, wie komme ich dazu. Zuerst einmal zeigt das Schwedische Fernsehen unzählige, doofe Shows aus Amerika, wie z.B. "fear factor", bei der sich Paare unglaublichen Mutproben stellen müssen. Für einen möglichen Gewinn von 50'000 Dollar wühlen sie mit dem Kopf in Fischeiern nach Kuhzungen, die sie dann mit dem Mund herausnehmen, sie retten einander in sinkenden oder hoch in der Luft hängenden Autos und tun noch vieles mehr. Okej, das ist ja noch einigermassen amüsant (oder einfach total eklig) aber immerhin haben wir es schon zweimal jeweils am Samstagabend der OL-Weekends geschaut. Dann gehören total blödsinnige und langweilige Sendungen zum Programm. Bestes Beispiel ist eine englische Sendung über uralte Leute, die noch Autofahren, obwohl sie kaum noch laufen können. Ihr glaubt es nicht, aber die Schweden strahlen doch tatsächlich solch eine Sendung aus. Ein letztes Beispiel, das meine Aussage bekräftigt, ist eine Sendung über das Verschieben von ganzen Häusern. Mal ehrlich, hört sich das spannend an? Also ich fand es so langweilig, so dass ich nach 5 Minuten den Fernseher wieder ausschalten musste. Zum Glück ist jetzt Leichtathletik-WM, da ist die Chance viel höher, dass etwas Gescheites kommt. Und ehrlichgesagt hab ich auch gar nicht so viel Zeit, um fernzusehen. Zum Glück!
Montag, 20. August 2007
Open doors
Folgende Geschichte basiert auf wahren Gegebenheiten. Es waren Profis am Werk, bitte nicht zu Hause nachmachen.
Fuenf junge Orientierungsläufer und ein Betreuer machten sich auf den Weg nach Borlänge. Mit einem Minibus tuckerten sie los. Nach drei Stunden Fahrt bekamen sie Hunger und hielten bei einem Supermarkt in Örebro an. Als sie aus dem Supermarkt kamen, stand ihnen der Schreck ins Gesicht geschrieben: die Schiebetuer des Minibus war offen. Nein, es waren keine Diebe am Werk, sondern sie hatten schlicht und einfach vergessen, die Tuer zu schliessen. Es wurde darueber gelacht und alle fandens lustig. Am Tag danach fand der wichtige Wettkampf statt. Als die Gruppe muede und abgekämpft (es war ein harter Wettkampf) mit dem Buessli in die Unterkunft zurueck fahren wollten, trauten sie ihren Augen nicht: die Schiebetuer des Minibus war offen! Nein, es waren keine Diebe am Werk, sondern sie hatten schlicht und einfach vergessen, die Tuer zu schliessen. Wo gab´s den sowas?!? Zweimal in so kurzer Zeit den gleichen Fehler zu machen... Es schien, als ob diese Leute etwas kopflos waren. Und weil alle guten Dinge drei sind, merkten die jungen Orientierungsläufer am Sonntagmorgen nach 5 Minuten Fahrt von der Unterkunft zum Wettkampfszentrum, dass sie die Tuere hinten beim Bus offen gelassen hatten. Nach 5 Minuten Fahrt! Die Orientierungsläufer konnten sich kaum mehr halten vor lachen. Niemand fand eine Erklärung dafuer, es war wie verhext. Dreimal in drei Tagen und das ohne Absicht... Das schafft sonst niemand! Aber frische Luft hat noch nie jemandem geschadet.
Da fragt man sich, was sind denn das fuer Leute, diese Orientierungsläufer? Vielleicht ist diese Frage berechtigt. Manchmal stelle ich sie mir auch. Ich meine jetzt nicht wegen den offenen Tueren. Das hätte auch Fussballern passieren können... (Oder vielleicht auch nicht :-)) Aber wie kommt ein Mensch dazu, wie blöde durch den Wald zu hetzen, nur damit er an allen Kontrollposten in möglichst kurzer Zeit vorbeikommt? Das Schlimme daran, er muss sogar den Weg noch selber finden und das mit Hilfe einer Karte, mit jener sich ein normaler Mensch nicht zurechtfinden könnte. Und wie kommt ein Mensch dazu, sich durch Dreck, Sumpf, Gestruepp, Dornen, Blaubeerbuesche und anderes hindurchzukämpfen? Die Antwort ist ganz simpel: weil es Spass macht und weil es eine Herausforderung ist.
Fuenf junge Orientierungsläufer und ein Betreuer machten sich auf den Weg nach Borlänge. Mit einem Minibus tuckerten sie los. Nach drei Stunden Fahrt bekamen sie Hunger und hielten bei einem Supermarkt in Örebro an. Als sie aus dem Supermarkt kamen, stand ihnen der Schreck ins Gesicht geschrieben: die Schiebetuer des Minibus war offen. Nein, es waren keine Diebe am Werk, sondern sie hatten schlicht und einfach vergessen, die Tuer zu schliessen. Es wurde darueber gelacht und alle fandens lustig. Am Tag danach fand der wichtige Wettkampf statt. Als die Gruppe muede und abgekämpft (es war ein harter Wettkampf) mit dem Buessli in die Unterkunft zurueck fahren wollten, trauten sie ihren Augen nicht: die Schiebetuer des Minibus war offen! Nein, es waren keine Diebe am Werk, sondern sie hatten schlicht und einfach vergessen, die Tuer zu schliessen. Wo gab´s den sowas?!? Zweimal in so kurzer Zeit den gleichen Fehler zu machen... Es schien, als ob diese Leute etwas kopflos waren. Und weil alle guten Dinge drei sind, merkten die jungen Orientierungsläufer am Sonntagmorgen nach 5 Minuten Fahrt von der Unterkunft zum Wettkampfszentrum, dass sie die Tuere hinten beim Bus offen gelassen hatten. Nach 5 Minuten Fahrt! Die Orientierungsläufer konnten sich kaum mehr halten vor lachen. Niemand fand eine Erklärung dafuer, es war wie verhext. Dreimal in drei Tagen und das ohne Absicht... Das schafft sonst niemand! Aber frische Luft hat noch nie jemandem geschadet.
Da fragt man sich, was sind denn das fuer Leute, diese Orientierungsläufer? Vielleicht ist diese Frage berechtigt. Manchmal stelle ich sie mir auch. Ich meine jetzt nicht wegen den offenen Tueren. Das hätte auch Fussballern passieren können... (Oder vielleicht auch nicht :-)) Aber wie kommt ein Mensch dazu, wie blöde durch den Wald zu hetzen, nur damit er an allen Kontrollposten in möglichst kurzer Zeit vorbeikommt? Das Schlimme daran, er muss sogar den Weg noch selber finden und das mit Hilfe einer Karte, mit jener sich ein normaler Mensch nicht zurechtfinden könnte. Und wie kommt ein Mensch dazu, sich durch Dreck, Sumpf, Gestruepp, Dornen, Blaubeerbuesche und anderes hindurchzukämpfen? Die Antwort ist ganz simpel: weil es Spass macht und weil es eine Herausforderung ist.
Göteborg zum Dritten
Hej tillsammans
Ich schon wieder, ich weiss. Wenns euch angurkt, müsst ihrs ja nicht lesen. Es ist ja wirklich schön, so ein Leben, wie ich es im Moment führe. Ferien bis zum abwinken... Und so kommts, dass ich das vermisse, weswegen ich vor ein paar Wochen so froh war, dass ich es los bin. Die Schule. Komisch, was? Manchmal würd ich richtig gerne wieder mal eine typische Bosichemielektion erleben, in der man, wenn man eine Sekunde nicht aufpasst, den Faden verliert, oder eine Geschichtsstunde bei Soli, in der er spannende Geschichten erzählt. Eine vom Pfarrer von Bürgeln zum Beispiel, oder vom Tagebuch ehemaliger Bundesräte. Oder 45 Minuten Mathe bei Hanni, wovon 20 Minuten aus Wartezeit bestehen. Oder Bio bei Herrn Uetz und wie er von seinen Flitterwochen erzählt. Oder eine Franzlektion bei Frau Puto, der korrektesten Frau der ganzen KSR. Jaja, die guten, alten Zeiten (das tönt so, als ob ich schon richtig alt wäre).
Nun bin ich aber hier und nicht in der Schule. Hier, das heisst Göteborg. Morgen gehts ab nach Borlänge (Richtung Norden), wo ich den Silva Junior Cup Final bestreiten werden. Das wird sicher ganz nett, denn es kommen viele coole Leute. Bleibt zu hoffen, dass ich nicht allzu viel Zeit auf die Besten verliere (immerhin steht die Weltmeisterin am Start!)
Nun, das wars schon wieder... I gang jetzt undere :-) (ich geh zu Bett à la Babs)
cu soon...
Ich schon wieder, ich weiss. Wenns euch angurkt, müsst ihrs ja nicht lesen. Es ist ja wirklich schön, so ein Leben, wie ich es im Moment führe. Ferien bis zum abwinken... Und so kommts, dass ich das vermisse, weswegen ich vor ein paar Wochen so froh war, dass ich es los bin. Die Schule. Komisch, was? Manchmal würd ich richtig gerne wieder mal eine typische Bosichemielektion erleben, in der man, wenn man eine Sekunde nicht aufpasst, den Faden verliert, oder eine Geschichtsstunde bei Soli, in der er spannende Geschichten erzählt. Eine vom Pfarrer von Bürgeln zum Beispiel, oder vom Tagebuch ehemaliger Bundesräte. Oder 45 Minuten Mathe bei Hanni, wovon 20 Minuten aus Wartezeit bestehen. Oder Bio bei Herrn Uetz und wie er von seinen Flitterwochen erzählt. Oder eine Franzlektion bei Frau Puto, der korrektesten Frau der ganzen KSR. Jaja, die guten, alten Zeiten (das tönt so, als ob ich schon richtig alt wäre).
Nun bin ich aber hier und nicht in der Schule. Hier, das heisst Göteborg. Morgen gehts ab nach Borlänge (Richtung Norden), wo ich den Silva Junior Cup Final bestreiten werden. Das wird sicher ganz nett, denn es kommen viele coole Leute. Bleibt zu hoffen, dass ich nicht allzu viel Zeit auf die Besten verliere (immerhin steht die Weltmeisterin am Start!)
Nun, das wars schon wieder... I gang jetzt undere :-) (ich geh zu Bett à la Babs)
cu soon...
Mittwoch, 15. August 2007
Göteborg zum Zweiten
Tjena!
Seit zwei Wochen schlage ich nun mich alleine durch hier im Norden. Mit dem Schwedisch happerts noch, aber ein ganz kleines bisschen verstehe ich schon. Immerhin. Was mach ich den ganzen Tag? Das ist eine gute Frage. Vorallem mal lange schlafen, lesen, ein bisschen arbeiten und trainieren. Natürlich vorallem trainieren. Die Wälder hier sind so eingerichtet, dass man die Beine ganz schön hochheben muss. Hohes Gras, Heidelbeerbüsche, oder tiefe Sümpfe erschweren mir das Leben, bzw. das Laufen. Wer das erfunden hat, hats nicht so gut mit den Orientierungsläufer gemeint. Es hat zur Folge, dass man trotz relativ grossem Kraftaufwand nicht sehr schnell vorwärts kommt. Und wenn man es sich nicht gewöhnt ist, ist noch schlimmer. Ich seh's, ich muss noch ganz viel trainiern hier. Aber wenigstens hats keine Dornen, immerhin. Nein natürlich ist das Gelände hier ein Traum, mit der Ostschweiz verglichen. Einfach ein bisschen anstrengend.
Ich habe selbstverständlich auch noch andere Dinge erlebt als nur Trainings. Sightseeing, Kino und Ausgang, Shopping und Liseberg. Das ist ein überteuerter Freizeitpark mitten in der Stadt, mit ganz tollen Achterbahnen, aber wie schon gesagt, viel zu teuer. Und ich war endlich mal am Meer. Göteborg ist zwar eine Hafenstadt, aber zum Meer gehts doch noch ein Stückchen. Es war wunderschön, leider zu kalt, um zu baden.
Wie ihr seht, habe ich also auch ein bisschen Touristin gespielt.
Inzwischen hab ich mich hier ziemlich gut eingelebt. Das heisst, ich habe mir sogar typische Schwedinnenschuhe zugelegt und mir ein Pfluderoberteil gekauft. Nur die Haare sind noch dunkelbraun, und werdens auch bleiben.
Ha det bra!
Seit zwei Wochen schlage ich nun mich alleine durch hier im Norden. Mit dem Schwedisch happerts noch, aber ein ganz kleines bisschen verstehe ich schon. Immerhin. Was mach ich den ganzen Tag? Das ist eine gute Frage. Vorallem mal lange schlafen, lesen, ein bisschen arbeiten und trainieren. Natürlich vorallem trainieren. Die Wälder hier sind so eingerichtet, dass man die Beine ganz schön hochheben muss. Hohes Gras, Heidelbeerbüsche, oder tiefe Sümpfe erschweren mir das Leben, bzw. das Laufen. Wer das erfunden hat, hats nicht so gut mit den Orientierungsläufer gemeint. Es hat zur Folge, dass man trotz relativ grossem Kraftaufwand nicht sehr schnell vorwärts kommt. Und wenn man es sich nicht gewöhnt ist, ist noch schlimmer. Ich seh's, ich muss noch ganz viel trainiern hier. Aber wenigstens hats keine Dornen, immerhin. Nein natürlich ist das Gelände hier ein Traum, mit der Ostschweiz verglichen. Einfach ein bisschen anstrengend.
Ich habe selbstverständlich auch noch andere Dinge erlebt als nur Trainings. Sightseeing, Kino und Ausgang, Shopping und Liseberg. Das ist ein überteuerter Freizeitpark mitten in der Stadt, mit ganz tollen Achterbahnen, aber wie schon gesagt, viel zu teuer. Und ich war endlich mal am Meer. Göteborg ist zwar eine Hafenstadt, aber zum Meer gehts doch noch ein Stückchen. Es war wunderschön, leider zu kalt, um zu baden.
Wie ihr seht, habe ich also auch ein bisschen Touristin gespielt.
Inzwischen hab ich mich hier ziemlich gut eingelebt. Das heisst, ich habe mir sogar typische Schwedinnenschuhe zugelegt und mir ein Pfluderoberteil gekauft. Nur die Haare sind noch dunkelbraun, und werdens auch bleiben.
Ha det bra!
Göteborg
Göteborg ist toll, also wirklich. Schöne Stadt, Shoppingparadies, wunderbare Wälder, ausgezeichnete Trainings... jättebra! Da jättebra fast das einzige schwedische Wort ist, das ich wirklich beherrsche, musste ich dieses natürlich gleich einbauen. Eigentlich wäre schwedisch nicht wirklich schwierig, doch die Aussprache hat es in sich. Wenn ich nämlich Zeitung lese, dann verstehe ich einen ziemlich grossen Teil der Wörter, aber dann kommt die Frage, wie spricht man es aus? Und es sprechen ja eh alle mit mir Englisch und die können's auch alle sehr gut. Deshalb ist klar, dass ich nicht schwedisch kann wenn ich nach Hause komme. Was soll's, auf jeden Fall lebt sich's hier gut. Immerhin gibts massenhaft Süssigkeiten (Godis), die besten Guetzli (Ballerinas, aber Achtung, nimm NIE Mintchoklad!) und was würde ich nur ohne die Kanelbular machen. Dann natürlich die legendären Fleischbällchen, die sogenannten Kjöttbular. Ach ja, das Knäckebröd habe ich vergessen, mit ein bisschen Smör: mmhh fein! Nur die Schweden sind so komisch, die tragen engere Hosen als die Frauen. Obwohl ich nun schon einige Male auf Shoppingtour gegangen bin, bin ich immer noch auf der Suche nach passenden Schuhen (auf keinen Fall Crocs, obwohl alle hier solche tragen, dünkt mich ein Modeverbrechen). Was natürlich auffällt, ist, dass hier unzählige Blondinen (echte UND falsche) herumlaufen. Da fällt man fast auf mit den dunklen Haaren. Strohblond, ein organisierter Schudel, solariumgebräunte Haut, Leggins und ein Pfluderoberteil, und du bist fast unscheinbar hier. So geht das.
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